Sie wissen also nicht nur, wie man einen Schraubverschluss öffnet, sie benutzen auch die Schalen von Kokosnüssen, um sich zu verstecken. Gelesen habe ich es schon vorher, jetzt bin ich gerade über ein Video gestolpert:
Wir wissen mehr über den Mond als über unsere Meere.
Ein gern zitierter Satz – und immer wieder unbefriedigend. Anscheinend ist es leichter, dem Erdtrabanten mittels Teleskopen seine Geheimnisse zu entreißen, als das zu erhellen, was direkt vor unseren Füßen liegt.
Der Mensch lebt auf einem blauen Planeten, besteht selbst zu 68% aus Wasser, und kann in jenem Element doch nicht bestehen. Wir können heute mit Hilfe technischer Unterstützung ein paar Stunden unter Wasser atmen, doch das ist immer noch zu kurz, um nichts zu verpassen. U-Boote helfen da schon weiter, sind jedoch immer noch begrenzt in ihrer Aufenthaltsdauer in den Tiefen und verursachen zudem Lärm, der interessante Neuentdeckungen erschwert – die unbekannten Arten fliehen, bevor wir sie wahrnehmen können.
Doch ab dem Jahre 2011 soll sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont auftun. Der Unterwasserarchitekt Jacques Rougerie hat eine neuartiges Wasserfahrzeug entworfen, welches als Forschungsstation fungieren und viele bisher einschränkende Hindernisse überwinden soll. Sein Name: SeaOrbiter.
Inspiriert wurde Rougerie durch Jules Verne. Das Äußere des Gefährts sieht auch immer noch stark nach Science-Fiction aus. Der Orbiter soll aber tatsächlich in nächster Zukunft Realität werden, erste Tests beginnen schon 2010, ab 2011 soll es dann richtig losgehen. Erster Einsatzort wird das Mittelmeer sein, Pläne sehen allerdings mindestens eine Station pro Welt- und Binnenmeer vor.
Billig ist der Bau eines solchen Gefährts nicht, rund 40 Millionen Dollar verschlingt ein Orbiter. 51m schraubt er sich in die Höhe, 9 Stockwerke finden Platz, 5 davon werden unter Wasser liegen, ausgestattet mit riesigen Fensterfronten. Ausführliche Tests in den Simulationsbecken von Marintek haben gezeigt, dass das Gefährt selbst schwerstem Seegang standhält.
Zu den Sponsoren und Partnern gehören unter anderem das französische Meeresforschungsinstitut Ifremer sowie die NASA, welche den Orbiter als Trainingsstation für ihre Astronauten nutzen wird.
“Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, können andere Menschen verwirklichen.” -- Jules Verne
Das folgende Video zeigt eine Aufnahme des bis dato weltgrößten Einzeltanks. Es steht im wiederum zweitgrößten Schauaquarium der Welt, dem Okinawa-Churaumi-Aquarium, und ist nach der Kuroshio-Strömung benannt. Es ist befüllt mit sagenhaften 7.500.000 Litern Meerwasser – da müssen die Glasscheiben ordentlich was aushalten! Daher auch hier wieder ein Weltrekord: die Panorama-Scheibe des Beckens ist die weltgrößte (Acryl-)Glasscheibe, wiegt stattliche 134 Tonnen und ist satte 60cm dick, so kommt sie ohne jegliche Verstrebungen aus. Ganze 1 1/2 Jahre hat allein ihre Herstellung gedauert.
In diesem gigantischen Meerwasser-Tank leben ca. 80 unterschiedliche Arten, darunter die größten Fische unserer Meere, die Walhaie, aber auch Mantas, Thunfische, Makrelen, und und und.
Für mein Empfinden ist das Becken überbesetzt – weniger wäre auch hier wieder mehr. Und gerade für die riesigen Walhaie halte ich die Ausmaße des Beckens immer noch nicht für ausreichend. Aber schön anzuschauen ist es dennoch.
(Via Jon Rawlinson)
Dieser Kurzfilm ist schon zwei Jahre alt, ich habe ihn heute aber zum ersten Mal gesehen und finde ihn zwar kitschig, aber sehr schön umgesetzt ;)
Website: http://d4ms.free.fr/marin-lefilm/
(Via)
Was dort im Watt liegt, sieht aus wie eine gigantische Muschel, und ihre Barteln glitzern im Mondlicht. Sie misst etwa 10m in der Länge und 6m in der Breite und wurde von zwei Architekten aus Wien ersonnen (Najjar & Najjar).
Das Tidenhaus ist mehr ein Kunstwerk denn eine alltagstaugliche Wohnstätte. So wie sich das Erscheinungsbild der Landschaft mit Ebbe und Flut verändert, so zeigt sich uns auch die Muschel in wechselhafter Form. Bei Ebbe liegt sie flach und mit geöffneten Schalen auf dem Meeresboden. In dieser Phase ist sie zu Fuß zu erreichen. Steigt das Wasser bei einsetzender Flut, schließen sich die Schalen allmählich und der Innenraum beginnt sich zu verändern. Bodenplatten werden in die Höhe gefahren, so dass eine Galerie entsteht, und das Haus wächst in die Höhe. Jetzt ist es nur noch über ein Boot zu betreten. Die “Barteln”, lamellenförmig angebrachte Glasflächen, sind beweglich und sorgen je nach Tages- und Nachtzeit für unterschiedliche Lichtstimmungen.
Dieses Haus ist reine Poesie. Man darf nicht nach dem Darin-leben fragen, sollte sich rein auf das Er-leben konzentrieren. Dann wird der Lockruf dieses leider nicht real existierenden Wohntraums fast unerträglich.
49 Minuten Unterhaltung mit David Attenborough. Dies ist der siebte Teil aus seiner Dokumentationsreihe “The life of mammals”, die 2002 von der BBC produziert wurde.
Alle Flüsse fließen zum Meer, so hat man es gelernt. Manche versiegen auch unterwegs, oder lassen sich in einem Binnensee nieder. Aber einen Fluss, der sich Richtung Bergquell aufmacht, so einen habe ich noch nicht gesehen.
Und trotzdem kommt es vor, dass sich Wassermassen plötzlich dazu entschließen, gegen den Strom zu schwimmen. Natürlich nicht aus einer Laune heraus. Beobachten lässt sich dieses Phänomen an so gut wie jeder Meeresmündung, meist fällt die Bewegung aber so schwach aus, dass sie kaum wahrgenommen wird.
Es gibt allerdings Ausnahmen – trichterförmige Küstenmündungen, an denen es einen deutlichen Tidenhub gibt. Dann presst sich das flutende Meerwasser mit aller Kraft in die Süßwassermündung und lässt so eine Welle entstehen, die oft noch etliche Kilometer im Landesinneren beobachtet werden kann. Solch eine ausgeprägte Gezeitenwelle, auch Bore (indisch “Flut”) genannt, kann Schiffen einige Kopfschmerzen bereiten, wird sie doch mancherorts bis zu neun Meter hoch mit Geschwindigkeiten bis zu 65 km/h.
Surfer hingegen werden von ihr magisch angezogen.