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Das Tidenhaus

Verfasst vor 1 Jahr (23. März 2009)
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Abgelegt unter Wasserstoff

Was dort im Watt liegt, sieht aus wie eine gigantische Muschel, und ihre Barteln glitzern im Mondlicht. Sie misst etwa 10m in der Länge und 6m in der Breite und wurde von zwei Architekten aus Wien ersonnen (Najjar & Najjar).

Das Tidenhaus ist mehr ein Kunstwerk denn eine alltagstaugliche Wohnstätte. So wie sich das Erscheinungsbild der Landschaft mit Ebbe und Flut verändert, so zeigt sich uns auch die Muschel in wechselhafter Form. Bei Ebbe liegt sie flach und mit geöffneten Schalen auf dem Meeresboden. In dieser Phase ist sie zu Fuß zu erreichen. Steigt das Wasser bei einsetzender Flut, schließen sich die Schalen allmählich und der Innenraum beginnt sich zu verändern. Bodenplatten werden in die Höhe gefahren, so dass eine Galerie entsteht, und das Haus wächst in die Höhe. Jetzt ist es nur noch über ein Boot zu betreten. Die “Barteln”, lamellenförmig angebrachte Glasflächen, sind beweglich und sorgen je nach Tages- und Nachtzeit für unterschiedliche Lichtstimmungen.

Dieses Haus ist reine Poesie. Man darf nicht nach dem Darin-leben fragen, sollte sich rein auf das Er-leben konzentrieren. Dann wird der Lockruf dieses leider nicht real existierenden Wohntraums fast unerträglich.

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